Ein Prototyp ist eine schnell zusammengestellte, funktionierende Demo einer Anwendung, die eine Idee, einen Bildschirm-Ablauf oder eine Kernfunktion zeigt - meist damit ein Team oder ein Kunde sie noch vor der Entscheidung über die Weiterentwicklung ausprobieren kann. Heutige KI-App-Generatoren (Lovable, Bolt, v0 und Ähnliche) machen aus einem einzigen Satz in wenigen Minuten einen nutzbaren Bildschirm.
Das Problem entsteht in dem Moment, in dem der Prototyp als Produktivsystem genutzt wird. Meist fehlen ihm drei Dinge: ein durchdachtes Datenmodell, das mit wachsendem Team mitwächst; Zugriffsrechte, die festlegen, wer was sehen und ändern darf; und der Betrieb - Hosting, Backups, Updates und jemand, der über all das wacht.
Genau dort verläuft die Grenze zwischen Prototyp und Produktivsystem - nicht darin, wie hübsch der erste Bildschirm aussieht, sondern darin, was an Tag 31 passiert, wenn ein zweiter Nutzer dazukommt, eine neue Ausnahme im Prozess auftaucht oder jemand etwas nicht sehen dürfen soll.
Siehe auch: Lovable, Bolt, v0 und Co.: warum aus einem Prototyp nie ein Unternehmenssystem wird, Vorlage oder eigene App? Ein Test mit drei Fragen.